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Mediathek Wallis

Die Bibliothek als Dritter Ort

Was ist das genau?

Das Konzept der Bibliothek als Dritter Ort wird von Informations- und Dokumentationsfachleuten häufig zur Beschreibung ihrer Bibliothek herangezogen. Entwickelt wurde es bereits Ende der 1980er Jahre durch den US-amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg. Es definiert einen Lebensort, der den Arbeits- und Wohnbereich ergänzt, an dem man sich treffen, austauschen, gemeinsam experimentieren, lernen, sich inspirieren oder unterhalten kann.

Auslöser für die Entwicklung der Rolle der Bibliotheken hin zu einem Dritten Ort war die Erkenntnis, dass es in den Städten keine kostenlosen Orte mehr gibt, an denen man sich anonym und ohne Konsumzwang aufhalten kann. In den Schweizer Bibliotheken ist dieses Konzept auf offene Türen gestossen, war man sich doch bewusst, dass die Zukunft von einem ernsthaften Infragestellungsprozess geprägt sein würde. So verwandelten sich die Bibliotheken : die vormaligen Orte der Stille und Wissenstempel wurden zu belebten, offenen und die Vielfalt respektierenden Orten, wo die Nutzenden im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und ihre Bedürfnisse laufend analysiert werden. In diesem Sinne zielte die frühe Einführung eines digitalen Angebots (Arbeitsplätze zur Internetnutzung, Online-Medienangebot, Makerspace) darauf ab, in einer zunehmend digitalen Welt die soziale und generationsspezifische Kluft zu begrenzen.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik waren im Jahr 2020 in der Schweiz 1499 Bibliotheken öffentlich zugänglich. Sie liehen 40,2 Millionen Dokumente und 8,6 Millionen E-Books aus. Mit seinen vier kantonalen Standorten und den fast 70 Regional- oder Gemeindebibliotheken, die über den ganzen Kanton verteilt sind, engagiert sich das Wallis auf beispielhafte Weise für einen gerechten Zugang zu diesem dritten Ort.
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